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Newsletter zum Jahresbeginn 2021

Liebe Freund:innen der Heilpflanzenkunde,
das Jahr 2020 ist gerade zu Ende; ein besonderes Jahr, an das wir uns lange erinnern werden. Nicht nur im guten Sinne, ich weiß, und doch findet sich durchaus auch Gutes. Ruhe vielleicht, nicht mehr so viel „müssen“ oder… Das schenkt mir Frieden und vor allem Dankbarkeit. Für mich haben sich 2 Dinge herauskristallisiert, die mir besonders wichtig waren und sind 1.: ich mache das „Coronajahr“ zu meinem Gesundheitsjahr (in vielfältigster Hinsicht), und 2.: Meine Energien lenke ich ins Positive, ins Dafür, nicht ins Dagegen. Da läßt sich viel bewirken.

Eigentlich… hätte ich die Heilpflanze des Jahres 2021 vorgestellt, den Meerrettich, den ich in der kalten Jahreszeit fast täglich zu mir nehme als „rattenscharfen Rachenputzer“: Je 2 EL frischen Meerrettich und Inger reiben, mit 4 EL Honig und 1 EL Zitronensaft mischen und in einem Glas kühl aufbewahren. Ich nehme 1/3-1/2 TL pur ein, wenn „eine Erkältung im Anzug ist“ (Achtung, wirklich scharf!), oder als erwärmendes Winter-Getränk: 1 TL der Mischung in einen großen Teebecher geben, 1 kleinen Schuß Apfelsaft dazu und alles mit heißem Wasser übergießen: schmeckt herrlich und wärmt zutiefst! Was übrig ist, kommt als geniale Würze ins Wintergemüse. Über den antiviralen, keimwidrigen, immunstärkenden Meerrettich (als Angocin-Anti-Infekt mit Kapuzinerkresse zusammen ein „Phytobiotikum) habe ich aber schon viel geschrieben, auch neu-aktuelles in meinen beiden neu aufgelegten „Klassikern“ (Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Alles über Heilpflanzen), die beide in 5. Auflage und vielvielfältigst erweitert vor kurzem erschienen sind.

Oder… ich hätte den Myrrhenbaum als Arzneipflanze des Jahres 2021 vorstellen können, passend zu Weihnachten und wie der Evangelist Matthäus über die drei Weisen aus dem Morgenland berichtet: "Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe…" Das kostbare Harz von Commiphora myrrha schmeckt bitter und duftet süß, lindert Krämpfe im Magen-Darmbereich, desinfiziert, wirkt entzündungshemmend und stabilisiert eine gestörte Darm Barriere (vergleichbar dem häufig verordneten Kortisonpräparat Budesonid). Wir kennen es als hervorragende Medizin mit Kamille und Kaffeekohle zusammen (Myrrhinil-Intest bei chronischen Darmerkrankungen wie Reizdarm oder Colitis ulcerosa, Krämpfen, Blähungen und Durchfall; die Kombination wird in der aktuellen Ärzte-S3-Leitlinie Colitis ulcerosa zur Erhaltungstherapie der Beschwerdefreiheit empfohlen. Aber auch in „REPHA-OS® Mundspray“ ist Myrrhe enthalten (neben Blutwurz, Ratanhiawurzel sowie ätherische Öle aus Pfefferminze, Eukalyptus, Gewürznelken und Anis), ein gutes Mund- und Gurgelspray in Coronazeiten.

Doch ich habe mich für meinen Winternewsletter entschlossen, dem Jahr 2020 ein „süßes Ende“ beizufügen das Stimmung und Laune hebt, Herz und Lunge unterstützt und das Gedächtnis, das als potenter Zellschutz vorzeitigem Alterungsprozess und Krebs vorbeugt, die Elastizität der Blutgefäße, die Aktivität der Blutplättchen und die Funktion des Endothels verbessert, und das die Herzkranzgefäße erweitert (all die Eigenschaften so passend in Bezug auf eine Covid-19-Erkrankung). Ein süßes Ende, das Lust- und Glücksgefühle auslöst, Liebeskummer lindert und Frustgefühle. Und das schmeckt, himmlisch! Das süße Ende für einen guten Anfang 2021 wächst auf dem Schokoladenbaum. Etwas Botanisches zum Genießen und Versüßen also!


Davor aber noch die PhytoApp

Sie steht, in allem erweitert, aktualisiert und auf neustem technischem Stand, bereit für Android und endlich auch für Apple!
Wir haben schon so viele positive Rückmeldungen bekommen über die erweiterten Qualitäten samt Rezepturen und Co - und wollen hier nochmals kurz das Procedere erklären:

  1. Ihr kauft euch 1malig die neue PhytoApp (8,99), und
  2. dazu ein jährliches Abo, um regelmäßig die neuesten Updates zu erhalten.

Die Abos haben wir entwickelt damit ihr ständig profitieren könnt von den über das Jahr eingearbeiteten neuen Erkenntnissen, weiteren Pflanzen und Bildern, mehr Indikationen, neuen Rezepturen sowie technischen Updates.
Von den Abo’s gibt es 4 Varianten: Basic ("Pflanzenbilder & Tees", 1,99), Praxis (alle Rezepturen, 3,50) oder Profi (Studien, Forschungen etc., 3,50) oder, wer alles zusammen haben möchte, die Vollversion (5,99/Jahr). Mit max. 5,99/Jahr fürs zusätzliche Jahres-Abo habt ihr also dann sämtliche Infos aktualisiert - jedes Jahr aufs Neue…

Zu häufig gestellten Fragen rund um die App haben wir eine Webseite (FAQ) erstellt, eine andere Seite erläutert detailliert die unterschiedlichen Versionen.


Kakao - Theobroma cacao

"Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne." Alexander von Humboldt (1769-1859)

Schokolade wächst auf dem Baum und galt den Eingeborenen Mexikos lange vor der Entdeckung Amerikas als Göttergeschenk, Nahrungs- und Genussmittel. Kakao ist "Theobroma", Götterspeise: ("theo: Gott", "broma: Speise"). Montezuma, der letzte König der Azteken, soll unglaubliche Mengen an Kakao getrunken haben. Das Schaumgetränk war gut zur Steigerung des sexuellen Verlangens, als Opfer für die Götter und Zahlungsmittel. Ernten durfte das Göttergetränk nur, wer dreizehn Nächte davor keinerlei Unkeuschheiten trieb, aber die Nacht vor der Ernte sich mit den Frauen vergnügte. Das sollte aphrodisische Kräfte auf die Bohnen übertragen.

Heute befriedigt die braune Paste körperliche und sexuelle Bedürftigkeiten, trocknet Tränen, lindert Schmerz und Liebeskummer, ersetzt (andere) Süßigkeiten und notfalls Nikotin. Das aufheiternde Psychostimulans ist volkswirtschaftlich gesehen ein echter Seelentröster und wird verordnet als Antidepressivum, bei Unlustgefühlen, übermäßigem Tränenfluss, Liebeskummer, Verlassenwerden, bei Treulosigkeiten und Neidgefühlen, zum Bestehen von Prüfungen, bei Schockzuständen sowie als Trostpflaster und Erste Hilfe nach Blechschäden und kleineren Verletzungen. So jedenfalls steht es im „Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka“, DER Arzneidrogen-Bibel für die Praxis, die es zur Therapie in Blöcken oder Tafeln empfiehlt oder, je nach Jahreszeit, als Osterhasy, Nikolausi oder Weihnachtsmannii: das muss heilsam sein!

Die 7-15 m hohen Kakaobäume mit ihren immergrünen großen, ledrig-weichen Blättern sind Malvengewächse, die als Schattenpflanzen im Unterholz der Regenwälder Lateinamerikas gedeihen, wo kein direktes Sonnenlicht auf sie fällt. Direkt aus seinem Stamm wachsen an langen Stängeln kleine rosaweiße Blütchen, von denen sich einige wenige zu Kakaofrüchten entwickeln: bis 500 g schwere, baseballgroße, längs gerippte bis 20 cm lange „Kakaogurken“, maisgelb, orangerot oder purpurfarben. Der ganze Baumstamm ist dann dicht bepackt. Den begehrten Inhalt schlägt man mit der Machete durch einen gezielten Schlag in die Mitte der Frucht frei; sie platzt auf und die Pulpa, das weißlich-rosige Fruchtfleisch wird frei: köstlich süß-fruchtig-säuerlich, leicht schwammig-weich, ein bisschen wie Lychees mit einer Konsistenz wie feuchte Marschmallows. Der frische, süß-fruchtige Saft aus dem Fruchtfleisch (Pulpa) wird vor allem In Brasilien als suco de cacao in Restaurants angeboten.

Im Fruchtfleisch verborgen liegen die eigentlichen Schätze gut geschützt, in 5 Reihen angeordnet zu 30-60 an der Zahl: die bitter-fetten rötlichen Kakaobohnen. Man lässt sie unter Bananenblättern schwitzen und gären, an der Sonne trocknen. dann reinigen und laaangsam rösten, um dieses einmalig kostbare Aroma zu erhalten. Dann mahlen – und mit der Kakaomasse steht die Basis für sämtliche Verarbeitungsprozesse parat: Die flüssige Kakaobutter und der feste Kakaopresskuchen. Das in den Bohnen enthaltene feinduftende Fett, die Kakaobutter tritt, flüssig geworden durch die beim Mahlen entstehende Wärme, als gelbliches Öl aus der Kakaomasse (es wird erst beim Erkalten wieder fest) und wird für Kosmetik und Medizin verwendet. Der getrocknete Kakaopresskuchen wird feingemahlen zu Kakaopulver – und jetzt erst wird aus Kakao Schokolade: mit Zusätzen veredelt, verrührt und geknetet, sanft hin- und her vermengt, gewalzt, gewendet, belüftet und gerührt - je länger desto feiner, bis eine geschmeidige, homogene Masse entsteht. In die gewünschte Form gießen, kühlen und nach dem Abkühlen aus der Form herausklopfen – fertig ist ein Stück süße Sünde.

Der Ursprung des Kakao liegt in Mittelamerika. 1502 entdeckte Kolumbus auf einem Markt vor Honduras Kakaobohnen, 1528 brachte der Spanier Cortés Kakao nach Spanien. Doch als Ende des 16. Jahrhunderts die ersten Schiffsladungen mit den bitteren Kakaobohnen nach Europa kamen, mundeten sie der oberen Gesellschaftsschicht noch nicht. Erst als wenig später zwei andere Wohltaten der Neuen Welt eintrafen, Vanille und Rohrzucker, verfiel Europa in einen wahren Kakaotaumel - das Göttergetränk war gelandet. Jetzt ließ es sich nach hiesigem Geschmack zubereiten: süß, heiß und mit Milch angerührt. Der Verzehr von Kakao hatte zu Zeiten des barocken Europa etwas Sündiges an sich. Ältere Herren und lüsterne Damen ließen sich gern ein Tässchen Schokolade nachschenken: die "Venusspeiss" sollte Manneskraft und Sinnesbrunst steigern, davon waren Casanova und Madame de Pompadour, die Geliebte des Königs Ludwig XV. gleichermaßen überzeugt. Als die Marquise de Coetlogon einen schokoladenbraunen Knaben gebar nahm man an, sie habe zu viel Kakao getrunken.

Im 17. Jahrhundert entdeckten europäische Ärzte das Aztekengetränk als Arznei und verordneten es zur körperlichen Kräftigung und geistigen Anregung ausgezehrten, erschöpften und schwachen Patienten. Apotheker stellten eine unglaubliche Anzahl „medizinischer Schokoladen“ her: eisenhaltige Schokolade gegen Kraftlosigkeit, Fingerhutschokolade zur Herzstärkung, Gesundheitsschokolade mit Hafer - nichts, wogegen oder wofür ein auf der Zunge schmelzendes braunes Stückchen nicht hilfreich sein könnte. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Schokolade als Kräftigungsmittel verkauft, durchaus auch mit aphrodisischen Eigenschaften betitelt – und noch im 20. Jahrhundert wurde heftig diskutiert, ob man Schokolade zu den Heil- oder Genussmitteln zählen sollte. Einig war man sich in Bezug auf die anregende Wirkung der braunen Masse: hervorragend geeignet, um geistige Arbeit zu unterstützen.

Heilkunde

Schokolade versüßt das Leben im Moment, hat aber wenig(er) gesundheitliche Effekte. Kakao hat nachhaltigere Eigenschaften; er unterstützt geistige Arbeit und regt dank Theobromin und Theophyllin an wie Kaffee, nur milder. Er wirkt gefäßerweiternd, entwässernd, blutdrucksenkend und herzstimulierend, stimmungsaufhellend und hustenreizmildernd. Theobromin und Theophyllin, mit Koffein strukturverwandt, werden zur Herzdurchblutung und Behandlung von Asthma eingesetzt. Die reichlichen Polyphenole mit hoher antioxidativer Kapazität sind ein potenter Zellschutz und für die cardioprotektiven Eigenschaften verantwortlich. Zudem hebt Kakao den Serotoninspiegel und beeinflusst damit Lebensgefühl, sexuelle Lust und den Schlaf-Wach-Rhythmus positiv, lindert Liebeskummer und Frustgefühle. Der Körper schüttet Endorphine aus und reduziert die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Die stimmungshebende Substanz Phenylethylamin, die Lust- und Glücksgefühle auslöst und dem Kakao seine aphrodisierende Wirkung verleiht, liegt laut Expertenmeinung in Schokolade leider in viel zu geringer Konzentration vor, als dass es wirksam sein könnte, zudem wird sie im Körper schnell verstoffwechselt. Ein Trost mag sein, dass die Botenstoffe im rohen Kakao viel konzentrierter sind als in der verarbeiteten Schokolade. Auf alle Fälle setzt Schokolade - oder besser die Lust am Genuss – Phantasien frei, die ihrerseits aphrodisisch wirken können. Kakaofett enthält die mehrfach ungesättigte Fettsäure Anandamid (Sanskrit: Freude, reines Glück), wirkt Cannabis-ähnlich entspannend und stimmungsaufhellend – auch wenn auch hier die Menge verschwindend gering sei.

Es mehren sich Studienergebnisse, wie gesund die braune Paste in der Tat (und im richtigen Maße) ist. Sie soll das Sterberisiko halbieren, die Gefäßfunktionen fördern, die Durchblutung des Gehirns erhöhen und Blutgerinnsel wie Aspirin verhindern. Einen eindeutig günstigen Effekt auf Herz und Blutplättchen bestätigt eine Untersuchung der Kardiologie Unispital Zürich, wonach 40 g dunkle Schokolade/Tag (Kakaoanteil über 70 %) die Herzkranzgefäße erweitert, die Fließeigenschaft des Blutes und die Aktivität der Blutplättchen verbessert. Die in dunkler Schokolade mit hohem Kakaogehalt enthaltenen Flavanole sind Radikalfänger, die die Gefäße schützen, den Blutdruck senken, Herzkrankheiten vorbeugen und laut einer Studie der britischen Nottingham Medical School die Durchblutung in wichtigen Hirnarealen steigern. Die Kakao-Flavan-3-ole verfügen über antioxidative Eigenschaften auf die Funktion des Endothels, jener Zellen, die die Blutgefäße auskleiden. Sie verbessern die Elastizität der Blutgefäße, die so besser auf Veränderungen des Blutflusses reagieren. O gäbe es Schokolade auf Rezept!

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung zeigen sich gesundheitsfördernde schützende Wirkungen bereits bei 10 g dunkler Bitterschokolade / Tag, auch wenn sich keine wirklich zuverlässigen Rückschlüsse von Kakaoprodukten auf ihren Gehalt an Inhaltsstoffen und ihre Wirkung ziehen lassen. Ich plädiere für Gesund essen, in Bio-Gemüse und Obst sind Flavonoide und Co. schon üppig enthalten, und zusätzlich gesund genießen: etwas Bitterschokolade oder ungeröstete (Bio)Kakaobohnen knabbern (natürlich Bioware und Fair Trade für eine faire Bezahlung der Kakaobauern und Erntehelfer). Gesichert ist, dass es sich einfach gut an fühlt, wenn Schokolade auf der Zunge zergeht. Nur Vorsicht: an Nebenwirkungen kennt man neben allergische Hautreaktionen, Migräne den gefährlichen Kakao-Esszwang (5 minutes on the lips, 5 month on the hips).

In diesem Sinne: ein Gutes, gesundes Neues Jahr, Eure Pflanzenfreundin Ursel Bühring

P.S.: Selbstverständlich dürft ihr den Newsletter gerne weiterleiten bzw. zum Selbstabonnieren ermuntern: https://www.ursel-buehring.de/newsletter.

 

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